WIRBELEY: 21. September 2013, 17:00 Uhr, Schloss Weesenstein

Programm

Pierre Attaignant (um 1494-1552)
„Branle-Bas“

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
„Das Murmeltier“

Hans Leo Haßler (1564-1612)
„Tanzen und Springen“

Anne-Kathrin Tietke (geb. 1977)
„KlinGoud“

Traditionell
„Ein Abendtänzchen“

Michael Praetorius (1571-1621)
„Rondo alla Sassone“

Anna Katharina Schumann (geb. 1978) / Michael Sapp (geb. 1968)
„Unter der Linden“ (Text: Walther von der Vogelweide, um 1170-1230)

WIRBELEY
„Zividla Tourette“

Traditionell (Altenglisch, 12. Jahrhundert)
„Sommerkanon“

Traditionell (Norwegisch)
„Stillleben mit Äpfeln“

Melchior Vulpius (um 1570-1615)
„Vor allen Freuden“ (Text: Martin Luther, Bearbeitung: Anna Katharina Schumann und Michael Sapp)

Traditionell (vom Balkan)
„Sehrbi“

Traditionell (aus dem Tessin)
„Cuccù Ticino“

Michael Sapp
„Das Schiff“

Traditionell (Frankreich)
„Tourdion wirbelaise“

Traditionell (Altspanisch)
„Embaxata a mon ami“

Traditionell (Kaukasisch)
„Bahçesi var“

Tradionell (Portugiesisch)
„Der Fönig von Kranfreich“

Bearbeitungen, wo nicht anders benannt: WIRBELEY

Ausführende

WIRBELEY:
Cornelia Schumann (Bratsche, Gesang)
Eike Geier-Tautenhahn (Trompete, Flöten, Zink, Gesang)
Anna Katharina Schumann (Horn, Flöten, Zink, Fujara, Gesang)
Anne-Kathrin Tietke (Gitarre, Laute, Gesang)
Georg Arthur Schumann (Akkordeon, Singende Säge, Gesang)
Michael Sapp (Davul, Daf)

Alter Staub, frisch aufgewirbelt

Gut möglich, sie haben von diesem Ensemble mit dem anspielungsreichen Namen noch nie gehört. Dann wird es Zeit. Haben Sie Spaß an der WIRBELEY, an sechs Spielleuten, die in dieser Formation erstmals beim Festival Sandstein und Musik gastieren. Wer sie sind, wie sie sich sehen und was sie tun, soll dieser kleine Text erhellen.

„Barrierefreie Volksmusik“ – mit diesem Titel lockt die WIRBELEY sorgt schon durch ihre Erscheinung sprichwörtlich für Farbtupfer. Kleidung und Instrumentarium erinnern an eine Compagnie fahrender Musikanten um das Jahr 1500.

Das Publikum erwartet weder eine Feuer speiende Rockband in Leder und Leinen, noch eine melancholisch dreinschauende Hobby-Folkband. Kein Bass und kein Dudelsack. Hier hat Anna Katharina Schumann bereits wieder den Schelm in der Stimme. „Ich persönlich habe nichts gegen Dudelsäcke, aber ein ganzes Leben möchte ich auch nicht in A-Dur verbringen.“ Wenn, dann treiben die Wirbelanten zuweilen lieber den Schalk durchs Dorf. Ganz im Sinne der weit umher gereisten Vorfahren finden sich im Programm von WIRBELEY natürlich ebenso Anleihen aus fernen Gegenden. Serbisches gehört ebenso dazu wie Traditionelles aus Norwegen, Portugal oder dem Kaukasus. Orientalische Farbtupfer liefert mitunter das Schlagwerk. Und wer sich im Publikum für alte Tänze interessiert, kann beim „Branle-Bas“ gern die eine oder andere historische Schrittfolge mittippen. Lebhaft geht es schließlich beim „Tourdion“ zu, einem lustigen Springtanz aus den Zeiten der Renaissance. Phantasievoll, frisch und herrlich zweideutig wirbeln die Akteure durch die Jahrhunderte und glänzen mit Spielwitz und Eigensinn in der Musik von Vulpius und Praetorius bis Beethoven. Zink, Bockshorn und Lyra gehören nicht ins Museum, sondern in gute Hände.

Und nun spielt auf, Ihr Musikanten! (Auszug aus der Werkeinführung von Christian Schöbel. Den vollständigen Text finden Sie im Festivalkatalog.)