Violine und Klavier: 28. April 2013, 17:00 Uhr, Ev. Kirche Berggießhübel

Vorprogramm

Rainer Lischka (geb. 1942)
„3 Kleine Stücke“ für Klarinette und Klavier

Michael Rose (1918-1968)
Zwei Sätze für Fagott und Klavier

Leo Portnoff (1875-1940)
„Russische Rhapsodie“ für Violine und Klavier

 

Programm

César Franck (1822-1890)
Violinsonate A-Dur

Eugene Ysaÿe (1858-1931)
Sonate für Violine solo Op. 27 Nr. 4
Sonate für Violine solo Op. 27 Nr. 2

Maurice Ravel (1875-1937)
Sonate für Violine und Klavier G-Dur (1927)

Yuki Manuela Janke (Violine, 1. Konzertmeisterin der Sächsischen Staatskapelle)

Ayumi Janke (Klavier)

Im Vorprogramm musizieren Schüler der Musikschule Sächsische Schweiz:
Mala Faust, Violine (2. Unterrichtsjahr)
Saskia Hildebrand, Klarinette (4. Uj.)
Niculin Schelzel, Fagott (4. Uj.)
Leni Benedict, Klavier (4. Uj.; Rose)
Alam Faust, Klavier (3. Uj.; Portnoff)
Anne-Sophie Seelig, Klavier (4. Uj.; Lischka)

Unter Freunden und Förderern – Französische Violinsonaten von Franck, Ysaÿe und Ravel

„Seine äußere Erscheinung betreffend, war er von kleiner Statur“, schreibt der Komponist Vincent d’Indy über seinen Lehrer César Franck. „Er hatte eine ausgeprägte Stirn, das Gesicht von runder Form, noch verbreitert durch den dichten ergrauten Backenbart; so war die Gestalt, die wir während zwanzig Jahren verehrt und geliebt haben.“

Verehrt und geliebt: Dabei war César Franck, 1822 im heute belgischen Lüttich geboren, im Pariser Musikleben des Fin de Siècle zunächst ein Außenseiter gewesen. Auf die ersehnte Berufung als Orgel-Professor am Conservatoire musste er warten, bis er fünfzig Jahre alt war. Doch spätestens dann scharte er zahlreiche, meist junge Anhänger um sich – dank seines exzellenten Rufs als hart arbeitender, fest im Glauben an Gott und die Kunst verwurzelter, seine Schüler stets mit Respekt und Toleranz behandelnder Lehrer. Ehrfurchtsvoll sprach man unter Musikern vom „Vater Franck“ oder (in Anspielung auf Franz von Assisi) gar vom „Pater seraphicus“…

In der folgenden Fantasie scheinen sowohl Geiger als auch Pianist das bis hierher Gespielte noch einmal zu reflektieren. Was wie eine spontane Eingebung klingt, hat Franck in Wahrheit penibel notiert. Gleichzeitig ist dieser Satz ein wunderbares Beispiel für sein eigenes Talent als Improvisator. Dass die große Virtuosität der Sonate nicht unbedingt in komplizierten Griffen oder schnellen Tönen liegt, sondern im Gestalten von weiten Bögen, wird an dieser Stelle deutlich. Der vierte Satz bietet erneut einen starken Kontrast: Das eingängige, fast volksliedhafte Thema spielen Violine und Klavier in einem perfekten Kanon, der sich immer wieder neu mit Verzierungen und Ornamenten schmückt und in einem zügig voranschreitenden Schluss gipfelt. (Auszug aus der Werkeinführung von Felix Werthschulte. Den vollständigen Text finden Sie im Festivalkatalog.)