Trompete und Orgel: 1. Juni 2013, 17:00 Uhr, Ev. Kirche Lauenstein

Programm

Johann Pachelbel (1653-1706)
Praeludium, Fuge und Ciaccona d-Moll für Orgel

Jean Baptiste Loeillet (1680-1730)
Konzert B-Dur für Trompete und Orgel

Johann Gottfried Walther (1684-1748)
Concerto h-Moll für Orgel

Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Voluntary C-Dur für Trompete und Orgel

Gottfried August Homilius (1714-1785)
Zwei Choralvorspiele für Corno da caccia und Orgel

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Choralvorspiel „Nun bitten wir den heilgen Geist“ für Orgel BWV 385

Gottfried August Homilius
Zwei Choralvorspiele für Trompete und Orgel:
„Allein zu Dir, Herr Jesu Christ“, „Nun freut euch, lieben Christen g’mein“

Johann Sebastian Bach
Präludium und Fuge a-Moll BWV 543 für Orgel

Pietro Baldassare (um 1700-1730)
Konzert Nr. 1 F-Dur für Trompete und Orgel

Ausführende

Ludwig Güttler (Trompete und Corno da caccia)

Friedrich Kircheis (Orgel)

Zwischen Klangspiel und gedanklicher Einkehr

Familien wie die aus Gent stammenden „Loeillets“ etablierten einen Typus ihrer Zeit: Es waren Musikanten, Virtuosen und Komponisten in Personalunion, die in bedeutenden Zentren wie Paris, Bordeaux und London wirkten. Als Musiker und Herausgeber nahmen sie Teil an der Entwicklung einer bürgerlichen Musikkultur. Der nach London gegangene Jean Baptiste Loeillet – „John Loeillet of London“, aber auch fälschlicherweise „Lully“ genannt und oft verwechselt mit seinem Neffen Jean Baptiste Loeillet de Gant – war als virtuoser Musiker und begabter Lehrer in der englischen Metropole hoch angesehen. Seine „Lessons“ – um 1700 entstandene Suiten für Spinett oder Cembalo – sprachen ein breites Publikum an. Loeillet wohl, der Händel persönlich kannte, ist die Einführung der Querflöte in die blühenden Londoner Musik-Zirkel zu verdanken, wo das Instrument bald zum Liebhaberobjekt avancierte.

Das in diesem Programm zu hörende Werk sieht die Trompete als konzertierendes Soloinstrument vor und hält technisch virtuose wie ausgesprochen sangliche Passagen bereit. Es ist ein typischer Loeillet, dessen meist reine Instrumentalkompositionen die Balance zwischen konventioneller Form und stilistischer Reinheit auf der einen Seite und Überraschung auf der anderen wahren.

Auch bei weiteren Werken im Programm führen Trompete und Orgel reizvolle Dialoge, deren Charakter zwischen lyrischer Zurücknahme und auftrumpfenden Wetteifern viele Schattierungen bereithält. (Auszug aus der Werkeinführung von Karsten Blüthgen. Den vollständigen Text finden Sie im Festivalkatalog.)