Orgelabend: 13. Oktober 2013, 17:00 Uhr, Ev. Kirche Papstdorf

Programm

Dietrich Buxtehude (1637-1707)
Praeludium in C BuxWV 137
Choralbearbeitung „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott“

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Präludium und Fuge f-Moll BWV 534
„Wenn wir in höchsten Nöten sein“ (aus dem „Orgelbüchlein“) BWV641
Pièce d’orgue BWV 572

Georg Böhm (1661-1733)
Choralbearbeitung „Vater unser im Himmelreich“

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Sonate d-Moll op. 65 Nr. 6 („Vater unser im Himmelreich“)

Thomas Lennartz (geb. 1971)
Improvisation

Ausführender

Thomas Lennartz (Orgel)

Bach behorchte Buxtehude – und wurde selbst zum Orgelgenie

„Er sey zu Lübeck geweßen, umb daselbst ein und anderes in seiner Kunst zu begreiffen“, sagte Johann Sebastian Bach, als er nach seinem viermonatigen Aufenthalt in der Hansestadt nach Arnstadt zurückkehrte. 400 Kilometer war der damals erst 20-Jährige gelaufen, um bei Dietrich Buxtehude, einer lebenden Musiklegende, zu studieren.

Johann Sebastian Bach ging kurz nach seinem Schulabschluss an der Partikularschule des Lüneburger Michaelisklosters nach Arnstadt, um die ausgeschriebene Stelle des Organisten anzunehmen. Neben dem Orgelspiel zum sonntäglichen Gottesdienst, zur Betstunde am Montag und zur Frühpredigt am Donnerstag blieb ihm genügend Zeit zum Üben, Improvisieren und sich Weiterbilden. Denn für Bach war es zeitlebens ein regelrechtes Muss, sich mit der Musik anderer Komponisten auseinanderzusetzen und sich von ihrem Umgang mit Tönen, Harmonien und Rhythmen inspirieren zu lassen. Deshalb beantragte er im Herbst 1705 einen vierwöchigen Bildungsurlaub, um den Meister unter den Organisten Dietrich (auch: Dieterich) Buxtehude zu besuchen. Carl Philipp Emanuel Bach schrieb im Nachruf seines Vaters: „[…] ihn bewog ein besonders starker Trieb, […] so viel von guten Organisten, als ihm möglich war, zu hören, daß er, und zwar zu Fusse, eine Reise nach Lübek antrat, um den dasigen berühmten Organisten an der Marienkirche […] zu behorchen.“

„Die Besuche Bachs bei Buxtehude und Böhm sind geradezu legendär“, schwärmt Organist Thomas Lennartz. Seine hier realisierte Programm-Idee: „Werke dieser drei Komponisten erklingen und eine Begegnung auch im Heute entstehen zu lassen. Erweitert wird der Kreis durch Bachs ‚Wiederentdecker’ Mendelssohn Bartholdy.“ (Auszug aus der Werkeinführung von Katharina Höhne. Den vollständigen Text finden Sie im Festivalkatalog.)