Arien der Liebe: 22. September 2013, 17:00 Uhr, Pirna, Schloss Zuschendorf

Programm

Joseph Bodin de Boismortier (1689-1755)
Concerto à 5 e-Moll

Johann Peter Guzinger (1689-1747)
„Süße Lippen, holde Wangen“, Arie für Sopran, Blockflöten und Basso continuo

Georg Caspar Schürmann (1672-1751)
„Süße Rosen, schönste Nelken“, Arie der Helena aus „Das verstörte Troja“ für Sopran, 2 Blockflöten und Basso continuo

Henry Purcell (1659-1695)
„Symphony for two flutes“ Z 543
„Strike the viol“ aus der „Ode for the birthday of Queen Mary“ für Sopran, 2 Blockflöten und Basso continuo
„O let me weep“ aus der Semi-Oper „The Fairy Queen“ für Sopran, Altblockflöte und Basso continuo

Joseph Bodin de Boismortier
Sonate zu 4 Stimmen op. 34 Nr. 6

Antonio Vivaldi (1678-1741)
„Cara sorte“, Arie für Sopran, Sopranino und Basso continuo aus der Oper „La verita in cimento“ (1720) für Sopran, Sopraninoblockflöte und Basso continuo

Georg Philipp Telemann (1681-1767)
Fantaisie C-Dur für Cembalo solo TWV 33:13
„Mich tröstet die Hoffnung“, Arie der Rodisetta aus der Oper „Der geduldige Sokrates“ (1721) für Sopran, Altblockflöte und Basso continuo
Fantasie D-Dur für Viola da Gamba senza basso TWV 40:26-37
Quartett d-Moll TWV 43:d1 aus der „Tafelmusik Teil II“ (Allegro)

Ausführende

Friederike Urban (Sopran)

Dresdner Blockflötenconsort:
Katja Johanning (Blockflöte)
Gabriele Schubert (Blockflöte)
Luise Ludewig (Blockflöte)

Susanne Sachs (Cembalo)

Thomas Grosche (Viola da Gamba)

„Süße Lippen – holde Wangen“

Liebesfreud und Liebesleid ist seit der Antike ein Thema, das Dichter, Musiker und Maler umtreibt. Dabei formen sie Handlungen und Charakteristika, sie spiegeln gesellschaftliche Erwartungen und geheime Wünsche wider und beeinflussen unser Verständnis von dem Gefühl, das wie kein anderes das menschliche Sehnen erfüllt. Aber die Liebe ist auch ein historisches Phänomen und wird in jeder Zeit und Region anders erfahren. Kulturelle und soziale Determinanten sind dabei die stärksten Faktoren, die unser Liebesbewusstsein begründen und somit unwiderruflich unsere Lebensentwürfe steuern.

Wie sehr sich das Gefühl im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, kann man zweifellos an den Kunstwerken vergangener Epochen nachweisen. Ganz nah an unser heutiges Liebesverständnis kommt das Barockzeitalter. Exemplarisch für die Darstellung von Liebesfreude und -leid zeigen sich die im Programm präsentierten Werke. Dabei stehen nicht allein die Arientexte im Zentrum des Interesses, vielmehr ist das Instrumentarium Indikator für das Grundmotiv des Konzerts: Die Blockflöte gehörte im Barock zu dem Instrument, das wie kein anderes dem persönlichen Affektausdruck diente. Sie stellte nicht nur Gefühle wie Liebe, Sehnsucht, Schmerz und Trauer sowie bukolische und traumverwandte Momente dar, sondern ähnelte in ihrem sanften, warmen Klang der menschlichen Stimme. In diesem Sinn verteidigte sie ihre Stellung in ganz Europa und erfreute sich überall ähnlicher Beliebtheit. Das Dresdner Blockflötenconsort führt somit in seinem Konzert nicht nur durch das Labyrinth der Gefühle, sondern begleitet uns auf eine Reise durch die Liebeswahrnehmungen der nationalen Musikströmungen der Zeit. (Auszug aus der Werkeinführung von Sandra Sichler. Den vollständigen Text finden Sie im Festivalkatalog.)

„Uns fasziniert der Klang der unvollkommen-vollkommenen Blockflöten, gleich ob wir mittelalterliche, barocke oder zeitgenössische Musik spielen. Virtuose Spielfreude und Vielfalt bei der Werkauswahl liegen uns am Herzen. Die Recherche nach selten zu hörenden Kompositionen der Alten Musik ermöglicht uns interessante, themenbezogene Programme. Erweitert durch Violen, Laute, Cembalo und Gesang gestalten wir Konzertprojekte, welche die Hörer in die Musik- und Klangwelt der Renaissance und Barockzeit entführen.“ (Dresdner Blockflötenconsort)